Generation Z: Macht Platz für Spießer

Denkt man an Millennials, Personen der Generation Y, dann erscheinen klare Bilder im Kopf: Miley Cyrus, Mark Zuckerberg und Lena Dunham. Junge erfolgreiche Menschen. Eine Generation, die sehr anders ist als ihre Eltern. Marktforscher beschäftigen sich schon jetzt intensiv mit der Frage: Was kommt nach der Generation Y und den Millennials?

Für sie ist es von besonderer Bedeutung diese Frage so früh wie möglich zu beantworten, denn sie werden die nächsten potenziellen Kunden. In den USA werden laut dem Bericht „The Rise of Generation Z“ von strategy&  ab 2020 die Ztler weltweit die größte Konsumentengruppe darstellen. Diese Generation wird extrem erfolgreicher. Stell dir vor: so erfolgreich sein wie Miley Cyrus, Lena Dunham oder Mark Zuckerberg, nur verantwortungsbewusster, zielorientierter und pragmatischer. Willkommen Generation Z.

Millennials sind gerade zwischen 20 und 30 Jahren alt. Eine Generation, die sich selbst als Digital Natives beschreibt und stolz ist, wenn sie Großeltern das Smartphone erklären kann. In Wahrheit sind die Millennials aber keine wahren Digital Natives. Wir können uns noch an eine Zeit ohne eigenen Laptop, Smartphone und Social Media erinnern. In den Häusern der Millennials gab es Modems, die beim Verbinden getutet haben und währenddessen nur eine Person telefonieren konnte.

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Ich kann mich noch gut an das erste Handy in unserer Familie erinnern. Mein großer Bruder bekam ein Nokia Handy zu Weihnachten. Schwarz- weiß Display, keine Kamera, dafür Snake. So war das damals. Es war eine Sensation. Darum sind wir nicht digital native. Nein, die Generation unter uns ist es. Sie sind unter 20 Jahre und im Teenager- Alter. Wir sind mit einem Ipod aufgewachen, sie mit einem Smartphone. Man könnte sagen, sie sind das Coca Cola und wir nur die Light-Version.

Gerade die technischen Veränderungen der letzten Jahren haben Einfluss darauf, wie sich eine Generation entwickelt und auch wie sie denkt. Laut New York Times wird diese Generation neue Formen von Social Media verwenden. Kanäle wie Whisper und Secret könnten Facebook ersetzen. Diese Netzwerke funktionieren in kleinen Kreisen oder sind überhaupt anonym. Generation Z wird diese nutzen, weil ihnen Privatsphäre wieder wichtiger sein wird.

Die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen wird ansteigen und einen Job zu finden wird für diese Generation noch schwieriger sein als es für unsere bereits ist. Das wird einerseits an der zugespitzten wirtschaftlichen Situation liegen, wie man es schon heute an der hohen Jugendarbeitslosigkeit in südlichen EU-Ländern sieht und andererseits auch daran, dass die Generation Y und die Millennials sich bei ihrer Studienwahl nicht beirren ließen. Sie haben sich für Massen- und geisteswissenschaftliche Studien entschieden, obwohl es schon damals anklang, dass es dafür nicht genug Stellen gibt.

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Man könnte also sagen, dass der Optimismus, den sich unsere Generation geleistet hat, in der Generation Z einem Pragmatismus weichen muss. Zudem kommt die Angst. Derzeit ist der Begriff Millennials durch Erfolgstalente wie Miley geprägt, so wird es aber in der Zukunft zahlreiche Beispiele geben, die das Scheitern dieser Genration zeigen. Niemals zuvor waren junge Menschen so unabhängig und egoistisch. Anstatt an  eine fixe Ausbildung, Familie und Ehe glauben sie an ihre Träume. Diese neue Freiheit, dieser Individualismus bringt Probleme mit sich.

Die Marktforschung glaubt, dass sich Generation Z von den Problemen der Selbstentwicklung abschrecken lassen könnte und wieder zurück zu altbewährten Strukturen geht. Einen handfesten Job oder ein Studium und eine Familie. Also back-to-the-roots. Schon jetzt gibt es die ersten Anzeichen, wie etwa der Erfolg von Magazinen wie „Servus“ oder „Landlust“. Es ist plötzlich auch wieder im Trend zu backen, stricken oder häckeln. Manche sehen sogar eine Rückkehr à la Mad-Men gewohnter Strukturen wie in den 60ern zwischen Mann und Frau voraus.

Auch wenn das überspitzt ist, so wird diese neue Generation vermutlich bedachter und gediegener werden. Man könnte sagen, diese jungen Menschen verhalten sich eher wie unsere Großeltern und nicht wie eine Generation, die auf die grellen und selbstbewussten Millennials folgt. Trotz oder gerade wegen der vorausgesagten Spießigkeit glaubt die Marktforschung aber, dass diese Generation reicher werden wird als unsere. Also, Miley: Mach Platz für Generation X.

Gegen Verwirrung von Begriffen:

  • 1933–1945  MATURES
  • 1946–1964  BOOMERS
  • 1965–1976 GENERATION X
  • 1977–1998 GENERATION Y (Millennials)
  • 1999– .…   GENERATION Z

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One Comment

  1. Ich finde sehr interessant, was du schreibst, da ich gerade die letzten vier, fünf Jahre das Gefühl hatte, dass gerade Menschen so zwischen 20-25 sich plötzlich wieder auf „alte“ Werte und Strukturen zurück besinnen. Ich habe sogar dass Gefühl, dass wieder früher geheiratet und ein Kind bekommen wird und ich rede natürlich nicht von prekären Milieus. Aber vielleicht täusche ich mich auch. Es ist nur so ein Eindruck.
    Doch der Trend zum backen, stricken, handwerken etc. ist natürlich nicht zu übersehen. An sich finde ich die Rückschau oder diese unbestimmte Sehnsucht nach dem Ursprünglichen auch völlig normal. Man muss sich nur die Epoche der Romantik anschauen, die sich verklärt nach dem Mittelalter gesehnt hat. Solche Phasen kehren immer wieder.

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