Instagram ist böse, was echt?

Keine Frage, die Aktion von Essena O’Neill, der 18-jährigen australischen Youtuberin, war geil. Jahrelang veröffentlichte sie Fotos ihrer scheinbar perfekten Welt, ihres oberhotten Bodys und ihres poshen Lebens. Immer noch dünner, noch heißer, noch größere Brüste. Gekaufte Bikinifotos, teure Kleider und auf jedem Foto lacht sie. Die Welt ist immer schön. Zumindest auf Essena O’Neills Instagramaccount.

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Heute sagt sie, sie strebte nach Perfektion, damit sie andere beneiden und sich leid sehen. Damit ist jetzt aber schluss: In einem Youtube-Video erklärt sie, wie gefaked ihr Profil, wie heuchlerisch ihr Instagram-Account und überhaupt die ganze Social-Media-Welt sei und dass sie genug habe. Sie ändert den Namen ihres Accounts auf “Social Media Is Not Real Life” und löscht viele ihrer Fotos und gibt den übrig gebliebenen neue Bildunterschriften und erklärt, wie die Fotos wirklich zustande gekommen sind. Unter den Bikinifotos schreibt sie, dass sie ihre Schwester als Fotografin solange gequält habe, indem sie so viele Positionen ausprobiert habe, bis sie schlank genug ausgesehen hat. Und entstanden ist ein Foto, das super spontan aussieht.

Social2Für mich stellt sich bei dieser Aktion schon die Frage, war das nicht ohnehin klar? Seiten wie Instagram und Pinterest leben von gefaketen, ästhetischen Bildern. Wer will sich schon heulende Menschen mit Pickel und fettigen Haaren ansehen. Instagram ist eine visuelle Plattform, die rein von der Ästhetik lebt. Und Ästhetik und Schönheit sind heute vor allem eins: Fake.

Ich habe auf diesem Blog schon vermehrt über Perfektion und Schönheitsideale geschrieben, die einfach nicht erfüllbar sind. Grundsätzlich ist ja nichts gegen die ganzen Fashion- und mein Leben hat so viel Lifestyle- Blogger einzuwenden. Es ist nett. Genauso nett wie ,Gossip Girl‘. Es macht eigentlich überhaupt keinen Sinn, ist komplett unrealistisch und an manchen Stellen auch einfach nur dumm, aber trotzdem kann es unterhaltend sein.

Wir leben in einer virtuellen Welt voller Fake. Das hat Social Media einfach mitgebracht. Wichtig ist nur, dass wir begreifen, dass das nicht die Wirklichkeit ist. Was wir uns da jeden Tag ansehen, ist Fiktion, wie ,Gossip Girl‘. Schön wärs, wenn sich Social Media-Plattformen etablieren, die auch aus dem wahren Leben erzählen. Genau das versucht zum Beispiel das Start-up tLifesshot. User der App werden einmal täglich überrascht und können dann ein Bild hochladen. Das muss ganz schnell passieren und Bilder können nicht bearbeitet werden. Die Gründer der App, wollen so von dem Selbstdarstellungszweck von Social-Media-Kanälen wegkommen und eine Plattform mit Fotos aus dem realen Leben schaffen.

Ob so etwas aber funktioniert, ist fraglich. Social Media lebt von Illusionen und Wünschen und nicht von der harten Realität. Denn die sieht man ja im eigenen Spiegel, im eigenen Alltag. Social Media ist vielmehr eine Auszeit des wahren Lebens. Und so darf es auch sein. Aber für die Zukunft braucht es auch Social Media-Kanäle, die weniger fake und mehr real sind.

Essena O'Neill

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