Hörst du mich, auch ohne Catcontent und Pornos?

Als Bloggrin frage ich mich selbst oft: Was wollt ihr lesen? Was interessiert euch? Und wie schaffe ich es, Themen, die ich wichtig finde, euch so zu verpacken, dass ihr euch dafür interessiert. Sie lest. Klickt und teilt?

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Klimawandel, Bildung, Flüchtlingsströme, Integration, Umweltschutz und Medienethik (bitte hör jetzt noch nicht auf zu lesen!) sind wichtig. Auch für mich. Um diese „Weltretter-Themen“ dreht sich die ganze Welt, sie sind leider aber auch super unsexy, teilweise langweilig und sperrig zu vermitteln. Klar kann man das Argument bringen: Die sich dafür interessieren, werden diese Themen trotzdem lesen. Ja, aber die Mehrheit erreiche ich so nicht. Und gerade die der jungen Menschen nicht.

Gestern im Mediencamp im Impacthub Vienna haben wir uns genau so mit dieser Problematik beschäftigt: Wie bringe ich diese großen, komplexen Themen an meine Leser. Es hat sich in den Medien so einiges verändert. Unsere Generation konsumiert Medien ganz anders als zum Beispiel unsere Eltern. Darum müssen sich Medien auch verändern. Damit Beiträge gelesen, geliked und geshared werden, müssen sie an die Leser angepasst werden. Ein Versuch dazu:

 

„Wie ich während meines Orgasmus die Flüchlingsproblematik gelöst habe“

„Wie ich durch meine Periode den Klimawandel bekämpfe“,

und „Katzenbaby- Livestream aus dem Tierheim in Döbling“

 

Würdest du diese Artikel anklicken? Sie lesen?

Vermutlich schon. Denn sie machen neugierig, du willst wissen, was dahinter steht und irgendwie sind sie auch peinlich. Das macht sie irgendwie interessant. Es sind natürlich Extrembeispiele, aber die Grundidee funktioniert: Verknüpfe wirklich wichtige Themen mit Themen, die geklickt werden. Und geklickt werden nun einmal: Babyfotos, Katzen, Katzenbabys, Unicorns und alles, was mit Sex oder Periode zu tun hat. Gerade junge Menschen wollen unterhalten werden. Schaut man sich derzeit erfolgreiche Medien an, dann lesen junge Menschen Formate wie bei Watson, Vice oder Buzzfeed.

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Die Entwicklung des Medienkonsums unserer Generation kann man natürlich bewerten. Man kann sie auch verurteilen. Faktum ist für mich aber, wenn ich will, dass sich meine Leser (Jaaaa ihr 🙂 ) sich mit meinen Themen auseinandersetzen, dann funktioniert das nur, wenn ich sie interessant aufbereite. Ein Weg dazu ist eben mit „Catcontent die Welt retten“. Mit einer ungewöhnlichen Kampagne versuchten zum Beispiel die Grünen in Deutschland 2013 Wähler für die Europawahlen zu mobilisieren. Die Plakatserie zeigt Katzen mit treuherzigem Blick und dem Text: „U no vote – are u kitten me?“.

fuckforforest

Auch Projekte wie „Fuck for Forest“beweisen, dass diese Strategie funktionieren kann. Sie verbinden ein wichtiges Thema mit sogenanntem „sexycontent“ : Also zum Beispiel Umweltschutz und Porno.  Bei „Fuck for Forest“ finanzieren Umweltaktivisten durch eigene Pornos ihr Umweltprojekt. Ähnlich versuchen auch die Aktivistinnen von Femen mit Nacktheit und Provokation die Aufmerksamkeit auf wichtige Themen zu konzentrieren. Auch das sind Extrem-Beispiele, bei welchen Feministinnen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Man mag davon halten, was man will. Aber es funktioniert. Die Aufmerksamkeit haben sie.

Durch „Catcontent und Sexycontent die Welt zu retten“ ist zumindest einen Gedanken wert. Es muss schließlich nicht immer Sex in die Geschichten gepackt werden, sondern es können auch andere Themen aus dem Alltag heraus funktionieren.

Zum Schluss noch ein Video, für alle Katzenliebhaber unter euch <3

wordpressadmin

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