SWAG & Melancholie.

Manchmal bin ich nachts jemand anders. Alle Sorgen und Ängste sind dann weg. Nur der Beat und ein unglaublich gutes Gefühl bleiben. 

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Ich fühle den Beat in mir. Er ist laut. Mein Herz bebt, mein Körper muss sich bewegen. Er kann nicht anders. Ich schaue zu meiner Freundin. Sie lacht. Sie streicht sich ihre langen blonden Haare aus dem Gesicht. Es klebt roter Lippenstift daran. Sie lacht wieder.

Der DJ grölt irgendetwas in das Mikrofon. Put your Hands up in the Air. Meine Hände gehen in die Höhe. Mein Kopf ist leer. Frei. Ich verschütte Gin-Tonic. Auf mein Kleid. Ich spüre die Nässe auf meiner Haut. Es ist mir egal. Mein Körper bewegt sich im Beat. Mein Herz schlägt im selben Rhythmus.

Alle Sorgen sind weg. Was machst du? Wie willst du davon leben? Sieht dieses Kleid gut aus? Alles ist weg. Raus aus meinem Kopf. Nur mehr leise Stimmen. Ganz weit weg, irgendwo im Off. Ich kann sie abdrehen. Nur mehr Beat und Gin. Dieser Moment, das ist er. Ich bin mir sicher. Sicher mit mir selbst. Alles ist ok. Ich bin schwerelos. Bald schwebe ich davon. In diesem Moment gehört mir die ganze Welt. Es gibt nichts, was ich nicht kann. Und meine Sorgen erscheinen mir in diesem Beat lächerlich. Das Leben ist gut zu mir. Alles was zählt, ist heute Nacht.

Ich höre den Geschirrspüler in der Küche. Mein Kopf brummt. Ich setze mich auf. Mein Haar stinkt nach Rauch. Der Beat ist weg. Und er hat das Gefühl mitgenommen. Die Welt gehört mir nicht mehr. Ich hab sie beim Schlafengehen abgegeben. Eingetauscht gegen Kopfschmerzen. Toll.

Ich reibe mir die Stirn und lasse mich wieder in den Polster fallen. Schließe die Augen. Ich spüre den Beat, sehe meine Freundin tanzen und ich fühle es wieder. Zumindest ein Hauch: Weltherrschaft. Selbstsicherheit.

RAUSCH

|Credit:Fotos Leanne Surfleet via Creative Commons Lizenz|

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