Warum ich den Valentinstag lieber mit meiner besten Freundin verbringe

Wie am besten den Valentinstag verbringen und mit Enttäuschungen, Schuldzuweisungen und Kitsch umgehen? Seit drei Jahren habe ich es geschafft, den Valentinstag zu einem meiner Lieblingstage zu machen. 

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Sie sitzen neben uns, bestellen die Weinbegleitung zum Sechs-Gänge-Menü. Eigentlich müssten sie schon betrunken sein. Ein Mann klimpert romantische Musik auf dem Klavier, Rosenblätter liegen auf dem Tisch. Ein Massage-Öl mit Karte steht zwischen Salz und Pfeffer. Alles an diesem Abend steht im Zeichen der Liebe—schließlich ist Valentinstag. Das Paar neben uns hat sich nicht viel zu sagen, oder besser ausgedrückt, gar nichts. Abwechselnd starren sie sich und ihre Smartphones an. Wir trauen uns schon fast nicht mehr reden, sie hören jedes Wort mit. Und ja, vielleicht sind die One-Night-Stands von Freunden nicht das richtige Thema für ein romantisches Dinner. Aber wir haben uns so viel zu erzählen und das hat einen Grund.

War ich an einem Valentinstag Single, fühlte ich mich wie der einsamste Mensch auf Erden und auch in meinen bisherigen Beziehungen war das nicht besser: Mein Ex-Freund spielte an diesem Abend bevorzugt Poker mit seinen Freunden und mein Ex-Ex-Freund wollte mit mir Wellnessen und teuer essen gehen. Welch eine Ironie eigentlich, denn genau das mache ich jetzt, aber eben mit meiner besten Freundin. Seit drei Jahren verbringe ich den Valentinstag nun mit ihr. Jedes Jahr fahren wir in dieser einen Woche im Februar zeitgerecht in dasselbe Wellness-Ressort. Dieses Hotel versucht ein möglichst romantisches Ambiente für Paare zu erzeugen, was durch all die Rosenblätter und den Tamtam kaum ernst zu nehmen ist. Außer man ist eben kein Paar. Das ist unser Geheimnis, unsere Formel, um diesen Tag gut über die Runden zu bringen. Auf die Idee zu diesem jährlichen Girls-Trip sind wir gekommen, da wir ein ähnliches Problem haben:

Einerseits finden wir beide diesen Tag total peinlich, andererseits, wenn wir ganz ehrlich sind, erwarten wir uns ja doch etwas, auch wenn wir uns das nicht eingestehen wollen.

Keine Rosenblätter oder Teelichter, aber irgendwas ja doch. Im Grunde können unsere Partner es uns an diesem Tag gar nicht recht machen, da wir nicht einmal selbst wissen, was wir wollen. Darum haben wir den Valentinstag selbst in die Hand genommen. Wenn man es sich genauer überlegt, ist es eigentlich eine sehr logische Entscheidung, diesen Tag mit einer Frau zu verbringen. Denn mit der besten Freundin macht der Kitsch plötzlich ziemlichen Spaß. Das ganze Tamtam inklusive Rosen und Pralinen braucht man erst, wenn man sich als Paar nichts mehr zu sagen hat oder sich die restlichen 364 Tage im Jahr nicht zeigt, wie wichtig einem die andere Person ist.

Darum schnappt euch lieber die beste Freundin oder den besten Freund und nehmt euch mal wieder etwas Zeit für Freundschaft. Denn die kommt ohnehin jeden anderen Tag im Jahr eher zu kurz. Oder feiert ihr schon einen Tag der Freundschaft? Nein? Dafür wird es Zeit!

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