Alles auf Anfang

Illustration: esyvte

Auf diesem Blog begann ich 2015 zu schreiben. Damals studierte ich Journalismus in Wien und wusste nur eins: Niemand will mich. Ich hantelte mich von Redaktion zu Redaktion. Von Praktikum zu Praktikum. Nirgends konnte ich bleiben. Das Geld das ich dabei verdiente, reichte nicht mal für die Miete.

Da ich ohnehin keinen Job fand und die Praktika leid war, begann ich hier zu schreiben. Auch wenn mich dafür niemand bezahlte, konnte ich wenigstens schreiben, worüber ich wollte. Musste nur für mich Kaffee kochen, keine Akten archivieren und keinen Chefredakteuren bei ihren Monologen zuhören, die mich am nächsten Tag im Aufzug ohnehin nicht erkannten. 

Heute blicke ich zurück auf die Texte und muss schmunzeln. Manche sind schrecklich, manche sind mir peinlich, manche finde ich ganz gut, andere viel zu ehrlich. Ich lösche meinen Blog aber nicht, denn hier startete für mich alles. Vor allem der Glauben an mich selbst. 

Ich begann als Freie Journalistin Geschichten zu schreiben. Reiste in die Türkei und schrieb über das Leben der Kurd*innen dort, fragte junge Menschen wie viel sie verdienen oder warum sie im Urlaub Schafe hüten für die NEON und porträtierte junge Menschen in Sarajevo. Währenddessen bloggte ich auf Verlorene Jugend immer wieder über meine Gefühle, Ängste und Generationsfragen.

2017 passierte dann, was ich für unmöglich hielt: Ich bekam ein Angebot für eine Festanstellung beim ZEIT-Verlag. Ich zog nach Berlin. Heute verantworte ich als Korrespondentin die Österreich-Berichterstattung von ze.tt In meiner Serie ‚Was geht mit Österreich?‘ erkläre ich den Deutschen, was im Nachbarland los ist. Ich lebe halb in Wien und halb in Berlin.

Auf dem Blog startete ich und hier werde ich immer wieder zurückkommen. Auch wenn ich im Moment keine Zeit zum Bloggen habe, bleibt meine Jugend verloren. 

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